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Bodenplatte bauen – Schritt für Schritt

Ich werde nicht auf die Geschichte der Bodenplatte eingehen, wie lange sie schon verwendet wird und wo diese Idee eigentlich entstanden ist. Vielmehr möchte ich Ihnen dieses Thema näher bringen. Wie ist unsere Bodenplatte aufgebaut? Und was hat sich aus der Erstellung dieser Art von Fundament auf unserer Baustelle ergeben?

Warum brauche ich eine Bodenplatte?

Das war die erste Frage, die ich stellte, als dieses Wort in Gesprächen mit verschiedenen Bauarbeitern und meinem Bauleiter überhaupt auftauchte. Man sagt: „Mit wachsender Erkenntnis wächst auch die Zahl der Probleme“. Je mehr ich über die Bodenplatte erfuhr, desto klarer wurde mir, dass eine Bodenplatte die perfekte Lösung für uns und unser zukünftiges Haus war. Aber fangen wir von vorn an.

Wo ist eine Bodenplatte besonders sinnvoll?

Das Gelände unseres Baugrundstücks besteht größtenteils aus fruchtbarem Boden, etwas Sand, aber auch aus viel Lehm. Wie wir alle wissen, lässt Lehm kein Wasser durch, so dass bei starken Regenfällen das Grundstück sehr nass wird. Außerdem habe ich von anderen Anwohnern erfahren, dass Fundamente oft Risse bekommen oder sich leicht bewegen, was zu seltsamen Situationen im Haus führt, z. B. einem Riss in der Wand oder der Decke. Der Priester, der mein Nachbar wurde, sagte auch, dass vor langer Zeit ein Bach durch unser und sein Grundstück floss. Er wurde zwar verschüttet, aber das bedeutet nicht, dass es dort kein Wasser gibt.

Diese Informationen in Verbindung mit den Argumenten des Bauleiters, dass eine Bodenplatte zu den sichersten Grundlagen des gesamten Hauses bei schwierigen Bodenverhältnissen ist, gaben mir viel zu denken. Gut, aber was sind eigentlich schwierige Bodenbedingungen?

  • ungleichmäßiger Boden – das Fundament funktioniert anders auf Sand, anders auf Lehm
  • hoher Grundwasserspiegel – er kann das Fundament von einer Seite her unterspülen und eine leichte Senkung verursachen
  • Überflutung des Grundstücks – das Wasser kann von verschiedenen Seiten eindringen, nicht nur von unten
  • Gebiete nach ehemaligen Bergwerken – dies kann auch zu ungleichmäßigen Setzungen von Fundamenten führen

Unser Grundstück erfüllt mindestens 2 Bedingungen, so mussten wir uns mit allen Bauexperten, die uns traditionelle Fundamente vorschlagen, verabschieden.

Bodenplatte planen

Wir haben das Bauteam gefunden. Für ein Preisangebot ist aber ein Projekt für die Bodenplatte unentbehrlich. Ok… aber wen sollte ich mit dieser Aufgabe beauftragen? Die Preise sind hoch. Das ist aber verständlich, denn die Ingenieure bzw. Statiker nehmen auf sich die volle Verantwortung für solche Projekte. In der Zwischenzeit haben wir zweimal den Bodenaushub zur Probe gemacht und erst nach etwa anderthalb Metern drang Wasser ein. Es ist noch nicht so schlimm – vielleicht sind keine speziellen Konstruktionen erforderlich?

Letztendlich lag die Verantwortung beim Bauleiter. Er hat folgendes Projekt vorbereitet:

Zur Vereinfachung werde ich die Schichten der Bodenplatte von unten beschreiben:

  1. Kiessand (hier lockerer Sand) 30 cm, zweimal verdichtet, je 15 cm
  2. Magerbeton 10 cm – zuerst haben wir darauf verzichtet, dann stellte sich heraus, dass diese Schicht unentbehrlich ist und schließlich haben wir uns für 5 cm entschieden, deshalb ist sie auf dem Foto durchgestrichen
  3. Schwarze Isolierfolie
  4. XPS Styropor (Styrodur) 12 cm
  5. Fundamentplatte (Beton) mit 30 cm Bewehrung (Bewehrung oben und unten fi 8 + Verstärkung)

Bodenplatte – Planung vs. Realität

Es ist allgemein bekannt, dass Projekte nur auf dem Papier existieren. In der Realität haben wir einige Änderungen vorgenommen, welche für unsere Baustelle und das Gebäude besser waren. Unten finden Sie eine kurze Beschreibung der einzelnen Schichten sowie Fotos.

Bodenplatte – 1. Schicht: Sandbettung

Nachdem wir den Mutterboden abgetragen und ein Loch in der richtigen Tiefe und Breite ausgehoben hatten, bestellten wir Sand. Dort, wo sich die Bodenplatte befindet sollte, wurde er doppelt verdichtet. Die auf den Bildern sichtbaren Flecken auf dem Sand stammen von der zarten Schichtung (es war kein nasser Sand). Der Sand darunter war schon ziemlich hart. Der Verdichter 200 kg hat sich perfekt bewährt. 

Bodenplatte-1-Schicht-Sandbettung

Bodenplatte – 2. Schicht: Folie und Magerbeton 5 cm

Da Sand ein saugfähiges Material ist, lohnt es sich, ihn mit einer Isolierschicht (z.B. schwarze Folie) vom Beton zu trennen. Dann kam der Betonmischer mit 4 m3 Beton an und der Magerbeton war fertig. 

Ein Wort zu der häufigen Frage, warum haben wir Beton unter Beton gelegt: Wir wollten nämlich den Sand einebnen sowie eventuelle Tiere von Styrodur isolieren. Sicherlich wird es für sie schwieriger sein, durch 5 cm Beton als durch Sand und Folie einzudringen. Solche Lösung härtet auch den Boden.

Es musste auch die Schalung erstellt werden (das kann man im Boden machen, aber wir haben den Null-Punkt etwas höher, so haben wir uns für diese Lösung entschieden). Wir haben die Dämmung senkrecht angebracht.

Bodenplatte–2-Schicht-Folie-und-Magerbeton-5-cm

Bodenplatte–2-Schicht-Folie-und-Magerbeton-5-cm

Bodenplatte – 3. Schicht: XPS (Styrodur) 12 cm unter der Platte

Sobald alles getrocknet war, begann das Bauteam mit der Verlegung des xps-Styropors (sehr hart) unter der eigentlichen Bewehrung und der Bodenplatte. Die Platten haben eine Feder – es sollten also keine Lücken entstehen. Wenn etwas leicht bröckelt, z. B. durch die Kanalisation, füllen wir es mit Montageschaum.

Bodenplatte–3-Schicht-XPS-(Styrodur)-12-cm-unter-der-Platte

Bodenplatte – 4. Schicht Folie und Bodenplattenbewehrung

Als das Styrodur verlegt wurde, sah alles wunderschön aus. Aber wie wir alle wissen, wird Beton nicht allein gegossen. Es ist eine Bewehrung erforderlich, damit das Fundament stabil ist und Spannungen übertragen kann. Bei dem Projekt unserer Platte hatten wir ein Bewehrungsgitter oben und unten. Zusätzlich haben wir fertige Bewehrungen unter tragenden Wänden angebracht, dazu einige Stäbe für den Schornstein. Insgesamt hat unser Bauteam wirklich viel Stahl in diese Bodenplatte platziert.

Bodenplatte-4-Schicht-Folie-und-Bodenplattenbewehrung

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Am Ende musste auch eine Bewehrung für Betonbolzen vorbereitet werden. Wir haben auch Abwasserrohre und andere Durchlässe gesichert. Um den Widerstand zu erhöhen, wurde auch ein Bandeisen geschweißt. Das Haupteisenband befindet sich aber im Kesselraum, d.h. ein Bandeisen an der Wand, geschweißt mit der Konstruktion + ein 2m hoher Stift in den Boden.

Bodenplatte – 5. Schicht: Beton gießen

20 m3 Beton ist angekommen. Das ist eine wirklich riesige Menge Beton für ein so kleines Haus – stellen Sie sich 52 mit Beton gefüllte Badewannen vor. Nach dem Gießen sieht die Platte wie auf den Bildern unten aus.

Wir haben den so genannten „wasserdichten Beton w8“ bestellt. Ja, ich weiß, dass es so etwas wie wasserdichten Beton nicht gibt, aber jeder Zusatzstoff, der hilft, Feuchtigkeit zu reduzieren, ist beim Bau von Fundamenten nützlich.

Bodenplatte–5-Schicht-Beton-gießen

Bodenplatte–5-Schicht-Beton-gießen-2

Würde ich jetzt beim Bau der Bodenplatte etwas anders machen und warum habe ich die Heizung nicht in der Platte gemacht?

Im Grunde genommen wurde dieses „Projekt der Bodenplatte“ von uns, unserem Bauleiter und unserem Bauteam akzeptiert. Erstens würde ich gerne xps auch an den Seiten platzieren, um eine Art Badewanne zu schaffen. Solche Lösung ist jedoch wesentlich teurer.

Zweitens würde ich den Magerbeton mit „Dysperbit“ streichen, um die Isolierung des Gebäudes zu verbessern.

Was die Heizung oder die Kanalisation betrifft, so haben wir uns darauf geeinigt, dass alles, was die Platte schwächen könnte, unter oder über ihr gemacht wird. Außerdem war es sehr schwierig, die Sanitäranlagen zu planen, geschweige denn eine Fußbodenheizung. Ein weiteres Problem ist die Effizienz einer solchen Heizung. Unserer Meinung nach ist es besser, Styropor auf die Platte zu legen, dann zu heizen und den Anhydritboden darauf zu gießen, damit die Wärme besser verteilt wird. Dann heizen wir tatsächlich ein paar cm des Estrichs, nicht 30 cm Beton. Natürlich ist es auch möglich, eine Heizungsbodenplatte zu wählen, wir haben uns aber anders entschieden.

Wie viel kostet eine Bodenplatte und wie lange dauert die Ausführung?

Alles hängt von der Region des Landes, den Bauteams, den Preisen für Beton und Stahl ab. Zusammen mit allen Erdarbeiten, dem Material, dem Abwassersystem usw. hat unsere Bodenplatte etwa 7 000 EUR gekostet.

Diese Kosten könnte man natürlich ein bisschen senken, wenn man mehrere Elemente selber organisiert. Im Vergleich zu traditionellen Fundamenten und ihrer Ausführung ist die Bodenplatte mindestens dreimal teurer. 

Die Ausführungszeit, einschließlich der notwendigen Betontrocknung, beträgt etwa 1,5 Monate. Der Beton selbst sollte etwa 30 Tage lang trocknen. Das Bauteam brauchte dafür ca. 2 Wochen und war alle 2-3 Tage da.

Zusammenfassung

Eine Bodenplatte ist teuer, aber auch relativ einfach zu realisieren. Wenn Sie sich wegen des Bodens Sorgen machen oder wie wir Angst vor Wasser auf dem Grundstück haben, ist dies die richtige Lösung für Sie. Bei solcher Menge von Stahl und Beton können Sie ruhig schlafen. Zum Vergleich: Ein gewöhnliches Fundament für unser Projekt besteht aus etwa 8 m3 Beton, bei unserer Bodenplatte war das – zusammen mit Magerbeton – ca. 24 m3! So ist das eine absolut sichere Lösung für viele, viele Jahre.

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